Das „gechippte“ Buch

Manche Bücher mag ich ganz old-fashioned gerne gedruckt, auf Papier. Fachbücher zum Beispiel. Aber auch manche Romane, die irgendwie aus der Masse herausstechen.

Dazu gehört für mich aktuell der Roman „Babel“ von Kenah Cusanit (Hanser Verlag, München 2019, ISBN 978-3-446261-65-5; www.hanser-literaturverlage.de/buch/babel/978-3-446-26165-5).

Die Autorin und ihr Debütroman standen auf der Shortlist für den Buchpreis der Leipziger Buchmesse. Die studierte Altorientalistin schrieb einen vielschichtigen, sehr ungewöhnlichen Roman, der nicht nur die Arbeit des Archäologen Robert Koldewey in Babylon thematisiert, sondern auch einen Blick auf die schwierige Rolle der Archäologie im Gefüge der kolonialen Machtstrukturen mit all ihren Auswirkungen bis heute wirft. Raubkunst und die sich heute entspannende Diskussion um ihren Verbleib in den europäischen Museen sind da nur einige Aspekte, die zu nennen wären.

Diese wenigen Worte lassen schon anklingen, warum ich diesen Roman unbedingt empfehle.

Ich habe dieses Buch kürzlich auch „gechippt“. Was das bedeutet?

NFC in Büchern

Cusanits Roman wurde bereits etliche Male rezensiert. Außerdem gibt es sehr viel spannende Literatur von und über Robert Koldewey. Einen Überblick über die Arbeit, Tagungen und Publikationen der Koldewey-Gesellschaft bietet die Website www.koldewey-gesellschaft.de.

Das alles habe ich nun nicht mehr wie bisher in Form von losen Zetteln oder handschriftlichen Notizen im Buch oder als vom Buch losgelöste Materialsammlung digital gesammelt, sondern ich habe mein Buch mit einem onetouchlabel „gechippt“. (onetouchlabel sind nfc-Chips, die dank tuomis Software kinderleicht mit digitalen Inhalten zu verbinden sind.) Auf dem Titelblatt habe ich in der rechten unteren Ecke ein onetouchlabel aufgeklebt und die gesammelten Informationen hinterlegt. So sind sie nun jederzeit und überall für mich (oder auch für die, denen ich mein Buch ausleihen werde) abrufbar. Ich muss nur mein Smartphone an den Chip halten und kann mir so ansehen, was ich zu dem Buch abgespeichert habe. Sollten weitere Informationen hinzukommen, kann ich dies jederzeit anpassen und erweitern.  

Die Möglichkeiten, die sich hier auftun, sind vielfältig.

Literatur spielt mit der Phantasie des Lesers und regt das sprichwörtliche „Kopfkino“ an. Mir ist es schon häufiger so ergangen, dass ich nach der Lektüre eines Buches den beschriebenen Ort bereist habe und dann überrascht wurde. Entweder habe ich mir etwas ganz genau so vorgestellt, wie es dann in Realität aussah oder ich war regelrecht enttäuscht, weil die Wirklichkeit meinen Erwartungen nicht entsprach. Diese einmaligen Erlebnisse würde ich mir durch digitale Erweiterungen von Romanen auch ungerne nehmen lassen, das macht ja schließlich einen großen Teil des Vergnügens aus. Aber meine eigenen Erlebnisse festhalten und an das Buch binden, das ist durchaus reizvoll. Besondere Orte, die man auf der Reise entdeckt hat, die die eigene Vorstellung erweitern, können so in Bild und Text an das Buch geknüpft werden.

Man kann aber auch Verknüpfungen zu Büchern o.ä. herstellen, die im Zusammenhang mit diesem stehen. Ich werden sicherlich das Buch „Königin der Wüste“ von Janet Wallach über das Leben der Gertrude Bell hier hinzufügen. Diese bemerkenswerte Frau spielt in „Babel“ eine wichtige, wenn auch indirekte Rolle. Weiteres wird mir hierzu sicher noch einfallen. Und das „chippen“ wird nicht auf dieses Buch beschränkt bleiben. Ausstellungskataloge, Reiseführer, aber auch Fachbücher werde ich so sicher auch digital erweitern.

 

Zur Nachahmung wärmstens empfohlen!

Mehr zu tuomis onetouchlabel erfährt man hier: www.onetouchlabel.com

 

 

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